3 mal Yamaha XJ 900
Yamaha XJ 900 Cafe Racer
Das Projekt Yamaha XJ 900 Cafe Racer begann nach einer längeren Motorradreise von Zürich nach Bordeaux und zurück. Nach dieser Tour war klar: Da ist nicht nur Freude am Fahren, sondern auch Lust am Bauen, Verändern und Gestalten.
Im Jahr 2017 nahm ich das erste Projekt in Angriff. Eine Yamaha XJ 900 wurde zur Basis für einen Cafe-Racer-Umbau. Aus einem soliden, klassischen Motorrad sollte etwas Eigenständiges entstehen: reduzierter, klarer, sportlicher und persönlicher.
Wie so oft blieb es nicht bei einem Motorrad. Später konnte ich eine weitere Yamaha XJ 900 günstig ersteigern — und danach noch eine dritte. Aus einem einzelnen Umbau wurde eine ganze kleine Reihe von Projekten. Drei Motorräder, drei Varianten, viele Abende, viele Entscheidungen und unzählige Stunden Arbeit.
Die Umbauten habe ich weitgehend selbst realisiert. Zerlegen, anpassen, planen, montieren, verbessern, wieder verwerfen und neu denken — genau dieser Prozess machte den Reiz aus. Besonders anspruchsvoll war die Heckkürzung. Dafür brauchte es ein entsprechendes DTC-Gutachten, das ich schliesslich auch erlangen konnte. Als Umbauer eingetragen zu sein, war ein besonderer Moment und eine Bestätigung dafür, dass aus einer Idee ein sauber umgesetztes Projekt geworden war.
Mit den fertigen Yamaha XJ 900 Cafe Racern bin ich viele Kilometer gefahren. Sie waren keine reinen Ausstellungsstücke, sondern Motorräder, die auf die Strasse gehörten. Klassische Technik, eigenständige Optik und das gute Gefühl, etwas mit den eigenen Händen geschaffen zu haben.
Mit der Zeit wurde mir jedoch etwas klar: Mich interessierte vor allem der Weg. Das Suchen, Planen, Umbauen, Lösen von Problemen, das technische Lernen und die gestalterischen Entscheidungen waren spannender als der Moment, in dem das fertige Motorrad einfach nur noch dastand.
Als die Projekte abgeschlossen waren, verlor sich ein Teil der Spannung. Nach und nach verkaufte ich alle Yamaha XJ 900 Cafe Racer wieder.
Geblieben ist die Erinnerung an eine intensive und spannende Zeit: an drei Motorräder, an viele Stunden in der Werkstatt, an technische Herausforderungen, an erfolgreiche Abnahmen und an die Erkenntnis, dass manchmal nicht das fertige Projekt das Wertvollste ist, sondern der Weg dorthin.